Ausgangspunkt war das YouTube-Video, in dem gezeigt wurde, wie man einen Shader nicht nur als Echtzeiteffekt betrachtet, sondern ihn gezielt so umbaut, dass daraus ein Video entsteht. Frame für Frame, mit kontrollierter Zeit.
Das Ergebnis: fließende Gegensätze
Das entstandene Video lebt von Bewegung, nicht von Formen. Es gibt keine klaren Objekte, keine Kanten, nichts Greifbares. Stattdessen fließen Licht und Farbe ineinander, als würden zwei Strömungen umeinander kreisen. Warme, rötliche Bereiche und kühle, blaue Zonen stehen sich gegenüber, ohne sich jemals wirklich zu trennen. Sie schieben sich ineinander, ziehen sich zurück, verdichten sich kurz und lösen sich wieder auf.
Genau dieser ständige Übergang erinnert mich an Yin und Yang. Nicht im symbolischen Sinn mit klarer Schwarz-Weiß-Teilung, sondern als dynamisches Gleichgewicht. Das Video zeigt keine Gegensätze, die kollidieren, sondern Gegensätze, die sich gegenseitig definieren. Jede Bewegung auf der einen Seite hat eine sichtbare Auswirkung auf der anderen. Nichts steht still, aber nichts wirkt hektisch.
Licht, Tiefe und Ruhe
Ein besonders prägender Aspekt ist der Eindruck von Tiefe. Obwohl es sich letztlich um eine zweidimensionale Berechnung handelt, entsteht das Gefühl einer kugelförmigen Struktur, in der sich Lichtbahnen entlang einer unsichtbaren Oberfläche bewegen. Helle Verdichtungen wirken fast wie Energiezentren, aus denen sich die Farben sanft nach außen ziehen, um dann wieder in dunklere Bereiche zurückzufließen.
Warum es als Sperrbild-Animation funktioniert
Durch diese ruhige, kontinuierliche Bewegung eignet sich das Ergebnis hervorragend als Sperrbild-Animation. Das Video verlangt keine Aufmerksamkeit, es stiehlt sie nicht, sondern ist einfach da. Man kann kurz hinschauen, das Zusammenspiel der Farben wahrnehmen und das Gerät wieder weglegen, ohne das Gefühl zu haben, etwas verpasst zu haben.
Gerade dieser meditative Charakter ist kein Zufall. Er entsteht direkt aus dem Video-Ansatz des ursprünglichen Shaders. Weil jede Bewegung sauber berechnet und gleichmäßig fortgeführt wird, gibt es keine visuellen Brüche. Das Bild lebt, aber es drängt sich nicht in den Vordergrund.

Fazit
Das YouTube-Video hat gezeigt, wie man aus einem Shader ein C++ Programm erstellt, das die einzelnen Frames berechnet. Mit ffmpeg wurden die Frames dann in das Video umgewandelt. So ist ein Video entstanden, das nun den Hintergrund und die Sperrbild-Animation auf meinem Gerät füllt, in dem zwei Strömungen aus Licht und Farbe ständig umeinander kreisen und sich gegenseitig formen.
