Android Wear vs. Pebble Smartwatch

Google Android Wear smartwatchDer Erfolg der Smartwatch Pebble und der nun kurz vor der Einführung stehenden Android Wear Devices (Moto 360 & LG G Watch) hat dazu bewogen doch mal die beiden Smartwatch Typen zu vergleichen und meinen persönlichen Favoriten zu bestimmen.

 

Android Wear vs. Pebble Smartwatch im Detail

Bei den Android Wear Geräten ist es das erklärte Ziel, sich auf die Benachrichtigungen zu konzentrieren und keine umfangreichen Smartphone-Anwendungen wie Telefon,E-Mail oder Games am Handgelenk zu haben. Das entspricht im wesentlichen der Pebble Idee. Allerdings zeigt sich an der Verfügbarkeit der Apps im Pebble App-Store, dass auch schnell mal ein kleines Game (z.B. Mr. Runner) oder Evernote (in meinem Fall für Einkaufszettel) nicht ganz ohne Daseinsberechtigung sind,

Verfügbarkeit (Android Wear)

(-) Aktuell sind die beiden Geräte Moto 360 und LG G Watch noch nicht verfügbar. Entwickler können aber schon einen „simulierten“ Blick darauf werfen. Ein Simulator für das SDK steht schon zur Verfügung, damit beim Verkaufsstart auch möglichst viele „funktionierende“ Apps zur Verfügung stehen.

Verfügbarkeit (Pebble)

(+) Die Pebble Smartwatch steht schon in 2 Varianten zur Verfügung. Die erste Variante (Aus dem Kickstarter Crowdfunding) und eine weitere Variante mit Metall und Glas statt Plastik. Technisch sind beide identisch, nur das Design wurde aufgemöbelt.

User Interaction (Android Wear)

(+) Android Wear wird über ein Mikrofon und einen Touchscreen verfügen. Von dem Touchscreen darf man auf Grund der Größe aber nicht allzu viel erwarten und ich persönlich empfinde es auch (im Moment noch) ungewöhnlich, mit meiner Uhr zu sprechen, aber wer hätte denn vor 10 Jahren schon geahnt, dass man am Bahnhof heute kaum noch Leute sieht, die nicht auf irgendeinen verschmierten Touchscreen glotzen (ich eingeschlossen 🙂 ).

User Interaction (Pebble)

(-) Die Pebble Smartwatch hat genau 4 Knöpfe und einen Bewegungssensor. Damit ist die Interaktion erst mal auf wenige Funktionen beschränkt. Allerdings kann man trotz dieser Einschränkung schon erstaunlich viel damit machen. Z.B. Hintergrundbeleuchtung aktivieren durch das Schütteln des Arms oder die Steuerung des MP3 Players auf dem Smartphone, etc.

Connectivity (Android Wear und Pebble)

(0) Beide verfügen nur über Bluetooth (LE). Allerdings ist bei den geringen Gehäuse maßen auch nicht viel mehr möglich, wenn man nicht alle halbe Stunde den Akku laden möchte.

App-Store (Android Wear)

(0) Bisher noch nicht klar. Vermutlich werden die Apps aber über Google Play zur Verfügung gestellt. Das macht am meisten Sinn. Der Google Play Store existiert schon und da Android Wear auf Android basiert, sollte es möglich sein, den Installer mehr oder weniger zu übernehmen. Vorteilhaft ist hier die Funktion, mit der man Apps über die Webseite des Stores direkt auf dem Android Device installieren kann. So kann man Apps installieren, ohne sie kompliziert über das kleine Android Wear Display auswählen zu müssen.

App-Store (Pebble)

(0) Der Appstore ist nur über die Pebble App zu erreichen. So ist es z.B. momentan nicht möglich, mal im Browser ein wenig nach interessanten Apps zu suchen und dann das Smartphone nur für die Installation von App/Watchface zu nutzen. Allerdings ist der Store schon jetzt recht umfangreich und gut sortiert. Bisher ist es mir noch nicht passiert, dass ich irgendeine App gesucht und nicht gefunden habe.

SDK (Android Wear)

(+) Android SDK und Android Wear Developer Preview sind sehr gut geeignet, um schnell und effizient neue Anwendungen zu entwickeln. Als erfahrener Java Developer (mit Android Know-How) kann man quasi ohne Einarbeitungsphase direkt einsteigen und die ersten Apps entwickeln. Dabei muss man nicht auf eine ausgereifte Entwicklungsumgebung mit allen Features. die das Entwickler-Herz höher schlagen lässt verzichten.

SDK (Pebble)

(-) Das Pebble SDK wirkt im Vergleich zu Android Wear eher wie ein zusammengewürfeltes Sammelsurium aus einer anderen Zeit. Auch mit dem Pebble SDK ist es möglich, mal schnell eine App zu coden, aber der Entwicklungsprozess ist kaum vergleichbar mit dem Android Wear SDK
– Kompatibilität (Android Wear)
(-) Nur mit Android 4.3 und höher Smartphones kompatibel. Allerdings hat Google schon angekündigt, in Zukunft nicht nur zu Smarthones kompatibel zu sein.

Kompatibilität (Pebble)

(+) Kompatibel mit iOS ab Version 6.0 und Android ab Version 4.0

Fazit

Android Wear hat das Potential, sich am Markt durchsetzen zu können und die Pebble vom Thron der Smartwatches zu stoßen. Allerdings bleibt es abzuwarten, ob die Erwartungen, die geweckt wurden auch erfüllt werden, denn bisher ist alles nur Marketing und Promotion. Harte Fakten wird man erst sehen, wenn die ersten Android Wear Geräte in den Regalen liegen.
Ich persönlich bleibe vorerst bei meiner Pebble. Der einzige Umstand, der mich dazu bringen könnte, auf die Moto 360 umzusteigen währe eine längere Akku Laufzeit. Denn ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen, meine Uhr einmal pro Woche aufladen zu müssen. Allerdings erwarte ich hier bei den Android Wear Devices keine großartigen Sprünge, bei ähnlichen Gehäuse maßen.